Rede von Bürgermeisterin Rösch am 18. Juli 2004

 

 

Werter Monsieur Ladet,

werte Mitglieder der Partnerschaftskomitees aus Mably und Wannweil,

aus Puerto Lumbrera/Spanien und Wantage Grove/England,

liebe Gäste aus Mably,

liebe Gastfamilien,

sehr geehrte Damen und Herren,

 

ich freue mich, Sie heute morgen alle hier auf unserem Rathausplatz versammelt zu sehen, um gemeinsam unsere Partnerschaft zwischen den Gemeinden Wannweil und Mably zu bestätigen.

 

Vor knapp einem Jahr wurden die hier ausgelegten Urkunden von meinem Kollegen Monsieur Ladet und mir im Rahmen einer beein­druckenden Partnerschaftsfeier in Mably unterzeichnet. Heute freuen wir uns, gemeinsam mit 110 Gästen aus Mably, diese Partnerschaft im Rahmen dieser Feierlichkeiten hier in Wannweil zu bestätigen.

 

Ich möchte die Gelegenheit aufgreifen, noch einmal darauf hinzuweisen, wie wichtig es ist, dass wir uns und der nachfolgenden Generation deutlich machen, wie wichtig freundschaftliche Verbindungen über die Landesgrenzen hinaus sind.

 

In einer Welt, in der sich mit rasanter Geschwindigkeit Handelsgrenzen verschieben und entsprechend der wirtschaftlichen Situation Wirtschafts­güter, Know-how und Menschen über die Kontinente verschoben werden, ist es umso wichtiger, so viel als möglich über andere Länder, über deren Bräuche und Sitten, kurz über die Menschen in diesen Ländern zu erfahren, die Menschen in diesen Länder kennen zu lernen.

In noch viel stärkerem Maße gilt dies für die Mitgliedsländer in Europa. Durch die beiden Weltkriege im vergangenen Jahrhundert hat sich viel Leid zwischen unseren Nationen - gerade im Zentrum von Europa -abgespielt. Umso beeindruckender sind die vielen Zeichen der Ver­söhnung, die unsere ältere, und von den Kriegen betroffene Generation geschaffen hat. Im Wissen um die Sinnlosigkeit der Kriege wuchs der Wunsch für einen dauerhaften Frieden in Europa.

 

Wir, die jüngere Generation und unsere Kinder, kennen dieses Leid Gott sei Dank nicht. Deshalb ist es aber umso wichtiger, dass wir gerade auch mit dieser Partnerschaft Neugierde in unseren Kindern wecken, andere Länder und Völker unvoreingenommen kennen zu lernen, und Freunde unter ihnen zu finden. Die Partnerschaft zur Gemeinde Mably ist ein äußeres Zeichen dieser Verantwortung, und ich freue mich sehr, dass wir bereits nach einigen Jahren des Kennenlernens sagen können, dass wir in der Tat Freunde gefunden haben, dass freundschaftliche Beziehungen entstanden sind.

 

Die Anwesenheit der Delegation aus Spanien und England zeigt, dass wir - und ich habe dies gestern Abend bei der Kunstausstellung schon gesagt - uns darüber freuen, dass auch die Freunde unserer Freunde bereits unsere Freunde geworden sind. Die Gespräche, die wir am Rande dieser Begegnung geführt haben zeigen, dass wir in unseren Kommunen und Städten, in Deutschland, Frankreich, England und Spanien viele gemeinsame Probleme zu bewältigen haben, dass viele unserer Probleme gemeinsame Wurzeln haben und dass wir von einem regen Austausch auf allen Ebenen, zwischen unseren Familien, zwischen den Verwaltungen, zwischen den Vereinen und natürlich auch im wirtschaftlichen Bereich noch profitieren können. Ich wünsche mir sehr, dass auch von diesen Tagen neue Impulse für die Weiterent­wicklung unserer Partnerschaft entstehen.

 

Mit der Ausstellungseröffnung gestern haben wir bereits deutlich gemacht, dass die Kunst gerade ein Mittel ist, die mühelos Sprach­barrieren überwindet und den Mensch als Ganzes anspricht. Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei den an der Ausstellung beteiligten Künstlern aus Mably bedanken, die keine Mühe gescheut haben und mit ihren Werken hier zu uns nach Wannweil gekommen sind.

 

Ich möchte Sie schon heute einladen, diesen begonnenen Kontakt weiter zu pflegen und würde mich sehr freuen, wenn es auch im nächsten Jahr möglich wäre, eine Ausstellung mit Künstlern aus der Gemeinde Mably und der Region zu veranstalten.

 

Ich denke aber auch an wichtige Begegnungen unserer Vereine und würde mich sehr freuen, wenn ein gemeinsames Wandertreffen zwischen unseren Gemeinden vorankäme. An dieser Stelle möchte ich mich für die Bemühungen des Albvereins ganz herzlich bedanken.

 

Und so bin ich sicher, dass wir Schritt für Schritt die Kontakte und Begeg­nungen ausweiten können und unsere Partnerschaft auf eine breite Basis stellen können.

 

Dies sind wichtige Schritte, beseelt von dem Wunsch ein vereinigtes und friedvolles Europa zu schaffen, und dieser Verantwortung wollen wir uns gerne stellen.

 

Nützen wir unsere Freundschaft um uns gegenseitig zu unterstützen, um voneinander zu lernen, um einander zu begeistern, in der Verantwor­tung um unsere Gemeinden, um unsere Länder und im Blick auf ein vereintes Europa.

 

An dieser Stelle möchte ich mich aufrichtig bei all denen bedanken, die in den vergangenen Jahren von der Idee einer Partnerschaft beseelt waren, keine Mühe gescheut haben und in vielen Sitzungen und mit großen Engagement den Weg zu unserer Partner­schaft mit der Gemeinde Mably geebnet haben und seither viele Veranstaltungen und auch das heutige Wochenende mit vorbereitet und geplant haben.

 

Stellvertretend möchte ich mich hierfür ganz herzlich bei Herrn Sennert als Vorsitzender des Partnerschaftskomitees Wannweil und Mme. Corcombet als Vorsitzende des Partnerschaftskomitees Mably bedanken. Ich möchte mich an dieser Stelle auch bei den vielen Helfern und ganz besonders herzlich auch bei meinen Mitarbeitern vom Rathaus, vom Bauhof und bei unseren Hausmeistern bedanken für ihr großes Engagement zum Gelingen dieser Feier, sowie bei der Uhlandschule, dass wir am Freitag dort zu Gast sein durften und sie uns am Freitag tatsächlich teilnehmen lassen konnten am Schulleben unter dem Motto „Vive l’ècole – es lebe die Schule“.

 

Ganz besonders herzlich möchte ich mich an dieser Stelle auch bei allen Gastfamilien bedanken für die Aufnahme unserer französischen Gäste. Vor allen Dingen aber bei Ihnen, werter Monsieur Ladet, für Ihren persönlichen großen Einsatz zur Unterstützung unserer Partnerschaft. Das große Engagement, das Sie persönlich und die Gemeinde Mably im Hinblick auf die vielfältigen Beziehungen zu anderen Nationen tun, hier haben Sie uns einiges voraus und ich denke, wir können viel von Ihrem Engagement und Ihrer Begeisterung für Europa lernen.

 

Ich möchte an dieser Stelle noch einmal versichern, dass ich als Bürgermeisterin der Gemeinde Wannweil mein Möglichstes zum Gelingen unserer Partnerschaft beitragen möchte und bin überzeugt, dass dies mit der großen Unterstützung, die wir aus unserer Gemeinde erfahren, auch gelingen wird. Ein solches Beispiel ist nun die von den Musikkapellen Wannweil und Mably gespielte Europahymne und ich darf die beiden Vertreter der Partnerschaftskomitees bitten, uns beim Hissen der Gemeindefahnen während der Hymne zu helfen, als Symbol der Gemeinsamkeit. Ich möchte an dieser Stelle Sie alle, die Sie hier auf dem Platz versammelt sind bitten, symbolisch einen Schritt aufeinander zuzugehen, so weit als möglich in die Mitte des Platzes zu treten, um den positiven Sinn des Wortes „Gemeinschaft“ zu spüren.