Reutlinger Generalanzeiger, 11.Nov.2004
Hilfsaktion - Förderverein der Uhlandschule sammelt und verkauft Äpfel für schwer kranken Wannweiler
Gute Tat trotz klammer Finger erledigt
VON VEIT MÜLLER
WANNWEIL. Fest in die Jacke eingepackt, die Mütze tief ins Gesicht gezogen, dem Schneeregen und der Kälte getrotzt. Das Wetter meinte es am Dienstag nicht gerade gut mit dem Förderverein der Uhlandschule in Wannweil. Doch die Eltern und ihre Kinder ließen sich durch die Witterung vom Äpfel auflesen auf der Gemeindewiese nicht abhalten. Mit dieser ausgefallenen Aktion wollen sie dem schwer kranken Peter Scholz aus Wannweil helfen.
Blutspenden im Gemeindehaus
»Ich habe von seiner Erkrankung in der Zeitung gelesen.« Sabine Fath vom Förderverein zeigt auf die Kopie eines Artikel aus dem Reutlinger General-An-zeiger. Vor gut einer Woche berichtete der GEA über die lebensbedrohliche Situation von Peter Scholz. Der 38-jährige Wannweiler ist an Lymphdrüsenkrebs erkrankt.
Eine Hochdosis-Chemotherapie Anfang des Jahres, vor der ihm eigenes Knochenmark entnommen worden war, hatte zwischenzeitlich die Hoffnung genährt, den Krebs in seinem Körper besiegen zu können. Doch im Sommer kam die Krankheit zurück. Die Stammzellen in seinem Körper hatten nicht ausgereicht. Er braucht nun dringend die Stammzellen aus dem Knochenmark eines Fremdspenders.
Doch die passenden Stammzellen sind nicht leicht zu finden. Anders als beim Spenderblut ist die Kompatibilität der Gewebegruppen im Knochenmark viel geringer. Acht Millionen Menschen sind zwar inzwischen weltweit in der Knochenmarkspenderdatei registriert. Eine geeignete Spende für Scholz war bisher aber leider noch nicht dabei.
In seiner Not wandte sich Scholz an die Gemeinde. Und die informierte die Öffentlichkeit. Bei der Blutspendeaktion am Dienstag, 23. November, von 15.30 bis 19.30 Uhr, im Gemeindehaus sollen die Spender, wie Bürgermeisterin Anette Rösch hofft, nun auch ein Röhrchen mit Blut für die Knochenmark-Typisierung abgegeben. Das Blut wird dann im Institut für Klinische Transfusionsmedizin und Immungenetik in Ulm untersucht. Das Ergebnis kommt in die Knochenmarkspenderdatei.
Eine solche Typisierung kostet allerdings pro Blutspende 50 Euro. Die Gemeinde hat dafür ein Spendenkonto eingerichtet, weil sie nicht möchte, dass der Betrag potentielle Blutspender abschreckt.
Sabine Fath suchte nun nach einer Möglichkeit, um die Summe auf dem Spendenkonto aufzustocken. Ihr kam dabei die Idee, mit dem Fördervefein Äpfel aufzulesen. Die kommen dann, schön verpackt, in die Mosterei, die für jeden Sack eine kleine Summe an den Förderverein bezahlt. Der Erlös der Aktion fließt direkt aufs Spendenkonto.

Äpfel-Lesen für den guten Zweck: Der Förderverein der Uhlandschule engagiert sich für den kranken Peter Scholz. FOTO: VIT
»Wir wollten auch einmal etwas für die Allgemeinheit tun«, sagt Sabine Fath. Es war allerdings nicht leicht noch eine Mosterei zu finden, denn die Saison ist schon vorbei. Fündig wurde sie dann doch noch in Neckartailfingen.
Einfacher war es da schon mit den Apfelbäumen. Die gehören der Gemeinde Wannweil und stehen auf einer Wiese neben der Uhlandhalle. »Die Gemeinde war gleich bereit, die Bäume für die Aktion zur Verfügung zu stellen«, freut sich Fath. (GEA)
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