Schwäbisches Tagblatt
30.Nov.2004
Mehr als Hausaufgaben
Lern- und Spielclub an Wannweiler Grundschule
WANNWEIL (mre). Dank öffentlicher Zuschüsse hat die Wannweiler Uhlandschule
seit Februar einen "Lern-und Spielclub". Dort gibt es nicht nur Hausaufgabenbetreuung.
Die Kinder üben strukturiertes Arbeiten und verbessern spielerisch ihre sprachlichen
Fertigkeiten.
Ein erster Erfolg: Eine Schülerin hat sich im Diktat von 4,5 auf 2,5 verbessert.
Bei den Hausaufgaben werden etwa Verständnis-Aufgaben bearbeitet, das Abschreiben
sollen die Kinder zuhause erledigen. Dazu gibt es Sprachförderung mit Rollenspielen
oder Scrabble-Runden.
An zwei Nachmittagen pro Woche betreuen seit Schuljahresbeginn externe Pädagog(inn)en
vier Gruppen à sechs Kindern. Die Betreuer/innen tauschen sich bei Sprachunterricht und
Hausaufgabenbetreuung aus, "alles andere muss sich noch entwickeln", sagt die
Sozialpädagogin Gerlinde Wicke-Naber, die für Drittklässler zuständig ist.
"Die Kinder gehen sehr gern in dieses zusätzliche Angebot. Sie fühlen sich
aufgehoben und sind dadurch im Unterricht motivierter", sagt Schulleiterin
Beatrice Bantlin. Ab Februar sind zwei weitere Gruppen geplant, dafür braucht
es zwei zusätzliche Kräfte.
Getragen wird der Club vom Förderverein, der auch für die Kernzeitenbetreuung
zuständig ist - im Unterschied hierzu müssen die Eltern beim Lern- und Spielclub
nicht Förderverein-Mitglieder sein. Unterrichtsmaterial und Anregungen stellt
die Schule, die Betreuer/innen stehen im regen Kontakt mit den Klassenlehrer(inne)n.
Angestoßen wurde das Projekt von den Elternbeiratsvorsitzenden Irene Eberle und Heike
Ahlmann-Gottwald. Sie führten bei den Lehrern im 2002 eine Umfrage durch. Ergebnis:
etwa zehn Kinder pro Klassenstufe brauchten Hausaufgabenbetreuung.
Im Februar 2003 lief das Projekt mit zwei Gruppen an, seit Herbst sind es nun
vier für die ersten drei Klassenstufen. "Die Kinder sehen die Teilnahme als Privileg an",
erzählen Inken Zyschka, die Co-Vor-sitzende des Fördervereins, und Vorständlerin Martina
Goerlich.
Der Finanzbedarf von 9.500 Euro pro Jahr (für sechs Gruppen) wird durch Zuschüsse
des Oberschulamts für flexible Nachmittagsbetreuung (5.000 Euro) und des Stuttgarter
Sozialministeriums für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache (1.400 Euro) gedeckt.
Die Gemeinde gibt 1.600 Euro, die Eltern zahlen fünf Euro je Kind und Monat.
Fördervereins-Co-Vorsitzender Volker Steinmaier berichtet vom "gewaltigen Aufwand"
mit Lastschrift-Einzug, Verträgen mit Lehrkräften und Förderung. Bis zum nächsten
Schuljahr soll der Lern-und Spielclub alle Klassenstufen abdecken. Die Zuschüsse
sind freilich auf das laufende Schuljahr beschränkt - vor Pfingsten startet eine
neue Runde um die Fördergelder.
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