Reutlinger Generalanzeiger
03. Juni. 2005
Hilfe für Wannweils Hauptschüler
VON DIETER REISNER
WANNWEIL. Zeynep schiebt die großen
Zahlen der Rechenmaschine hin und her
und schreibt konzentriert die Ergebnisse
auf. Am Nebentisch hilft Cornelia Heinzl
den beiden Erstklässlern Pavo und Aylin,
bei den Hausaufgaben in Mathe. Die Betreuerin
ist eine von vier Mitarbeiterinnen des Lern-
und Spielclubs der Wannweiler Uhlandschule.

Ab dem nächsten Schuljahr kommen auch die Hauptschüler
in den Genuss der Hausaufgabenbetreuung.
Die gezielte Unterstützung der Schüler, die vom Förderverein
initiiert wurde, entpuppt sich als ein Erfolgsmodell. Ab dem
kommenden Jahr erweitert der Träger des Lern- und Spielclubs
sein Angebot, das bislang für die Grundschule galt, auch auf
die Hauptschüler. "Die Schule ist auf uns zugekommen, um auch
den Älteren die Hilfe anzubieten", erläutert Inken Zyschka,
die zusammen mit Volker Steinmaier den Vorstand des Fördervereins bildet.
Vorerst für Klasse fünf und sechs
Vor allem die Schulleiterin Beatrice Bantlin loben die Mitglieder
des Fördervereins. "Sie engagiert sich sehr, ist das Bindeglied
zwischen Verein und Schule und sorgt sich auch um die Materialien",
so Martina Goerlich aus dem Vorstand. Vorerst beschränkt sich die
Förderung allerdings auf die Klassen fünf und sechs. "Sollte sich
aber mehr Bedarf ergeben, sind wir so flexibel, um auch da eine
weitere Gruppe einzurichten", erklärt Goerlich.
Um dem gestiegenen Angebot Rechnung zu tragen, muss die Mitarbeiterzahl
der Betreuer von bisher vier auf fünf erhöht werden. "Die bezahlten
Lehrkräfte sind mit ein Grund für den Erfolg des Projektes", glaubt
Goerlich. "Das sind alles gut ausgebildete Fachleute, die wissen,
was sie machen." Die Kosten von rund 7.500 Euro pro Jahr für das
Projekt übernimmt zum größten Teil das Oberschulamt, das rund
4.000 Euro zuschießt. Die Gemeinde beteiligt sich mit l.600 Euro.
Den Rest finanziert der Förderverein mit Spenden und den Beiträgen
der Eltern. Sie bezahlen fünf Euro pro Monat für die Hilfe.
"Wir rechnen am Anfang etwa mit sechs bis acht Schülern, die
die Förderung nutzen wollen", so Goerlich. Momentan gibt es fünf
Gruppen mit insgesamt 30 Schülern, die nachmittags betreut werden.
Damit die externen Lehrkräfte sinnvoll mit den Schülern arbeiten
können, bleibt auch wie bislang die Größe der Gruppen auf sechs beschränkt.
Mit der Erweiterung soll das Profil der Hauptschule gestärkt werden.
"Die Hausaufgabenbetreuung ist wichtig: Dadurch fördern wir die
Sprachentwicklung der Schüler", so Zyschka. (GEA)
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